Wikipedia definiert ein Muster folgendermaßen „Ein Muster ist eine Regelmäßigkeit in der Welt, im von Menschenhand geschaffenen Design oder in abstrakten Ideen. Als solche wiederholen sich die Elemente eines Musters in vorhersehbarer Weise.“ Viele Menschen und auch viele Fotografen mögen Regelmäßigkeiten. Und wir auch. Wir sind immer auf der Suche nach Mustern in der Welt um uns herum. Regelmäßigkeit kann jedoch völlig langweilig sein, sowohl im Leben als auch auf Fotos.

Mal sehen, was Andreas Feiniger über „Muster-Aufnahmen“ sagt

Ein beliebter Zeitvertreib vieler Amateure ist die Jagd nach Motiven, die gute „Muster-Aufnahmen“ ergeben [ …] Meiner Meinung nach ist das Herstellen von Musteraufnahmen eine fotografische Zeitverschwendung – es sei denn, das Muster ergibt eine spannende abstrakte Komposition oder stellt eine wichtige Eigenschaft eines interessanten Motivs dar.

Andreas Feininger

Fotografische Zeitverschwendung … Puh. Das ist eine klare Botschaft. Aber ich glaube, ich weiß, wovon er spricht. Vielleicht etwas in der Art:

Blaue Stühle

Das Bild ist sicherlich eine Musteraufnahme. Die blauen Sitze sind ein von Menschenhand geschaffenes Muster, das sich in vorhersehbarer Weise wiederholt (siehe die Definition oben). Aber das ist auch schon alles. Vorhersagbar, regelmäßig, langweilig. Aber wie wäre es damit?

Fassade eines Hochhauses in Calgary

Die Fenster dieses Gebäudes in Calgary, Kanada, bilden ein sehr regelmäßiges Muster. Dieses Muster wird jedoch durch die vertikalen Erkerfenster unterbrochen, die sich nach oben in das Dach erstrecken, das selbst ein ausgeprägtes Muster aufweist. Und die Reflexionen in den Fenstern wechseln von dunkel, bläulich bis gelblich, was das Muster der Fenster interessanter macht.

Das nächste Beispiel folgt einem ähnlichen Muster (Wortspiel beabsichtigt):

Detail eines Fischernetzes

Die Maschen des Fischernetzes bilden hier das regelmäßige Muster, das jedoch wieder unterbrochen wird. Das graue Tau und die gelben Teile des Netzes machen das Bild interessant.

Meiner persönlichen Meinung nach können Musteraufnahmen recht interessant sein, wenn sie mehr als nur Muster enthalten. Es sollte ein Element geben, das die Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit des Musters durchbricht. Ansonsten, denke ich, hat Feininger Recht, wenn er sagt, dass Musteraufnahmen Zeitverschwendung sind.